Eine praktische Methode einem autistischen Burnout vorzubeugen
Ein (autistisches) Burn-Out – so steht es im Diagnosemanual ICD11 entsteht aus Situationen, die eine dauerhafte Überlastung, eine anhaltende Reizüberflutung, gepaart mit mangelnder Anerkennung, geringer Kontrolle über die Arbeit an sich und eine dabei entstehende Dysbalance zwischen Anstrengungsbereitschaft und Wertschätzung darstellen.
Menschen mit Autismus können diese herausfordernden Situationen nur über Kompensation (Camouflaging=tarnen) oder explizite soziale Anforderungen über Anpassung (Masking=maskieren) bewältigen. Neurodivergente Menschen müssen performen, um teilhaben zu können und akzeptiert zu werden. Das kostet einen hohen Aufwand an Energie.
Ich habe mich dazu entschlossen, die Löffeltheorie auf dem Blog zu erwähnen, nachdem ich ein sehr ansteckendes Gespräch mit eine Mitarbeiterin aus dem Sozialamt (Eingliederungshilfe) geführt habe, die nach einer Fortbildung (autismusspezifisch) zurückkehrte und berichtete, wie gerade die Löffeltheorie sie zu einem besseren Verstehen von neurodivergentem Belastungsniveau und Energiemanagement geführt habe.
Die Löffeltheorie (spoon Theory) wurde 2003 von Christine Miserandino entwickelt, als sie sich mit ihrer eigenen chronischen Erkrankung und ihrem Energiemanagement auseinandergesetzte. Es handelt sich dabei also nicht um ein wissenschaftliches Modell sondern eher um eine haptische Veranschaulichung der eigenen individuellen Energie- Ressourcen. Damit dürfen Menschen mit Autismus lernen, ihre begrenzte Energie sorgfältig einzuteilen und damit einem autistischen Burnout und /oder einem Erschöpfungszustand vorzubeugen.
Das Energiemanagement ist dabei höchst individuell.
Bsp:
- Aufstehen und duschen kostet einen Löffel
- Eine unangekündigte Begegnung und Unterhaltung sogar drei Löffel
- …
Jede Tätigkeit kostet Löffel, das impliziert auch gedankliche Tätigkeiten oder auch soziale Begegnungen, wie z.B. ein Telefonat (unvorbereitet) zu führen.
Die Löffeltheorie unterstützt achtsamer mit den eigenen Energieressourcen umzugehen und diese bewusst einzuteilen.
Wie teilen Sie oder wie unterstützen Sie Ihr Kind Ihre zwölf Löffel am Tag einzuteilen?